TTSA - Kapitel II

Das Erwachen

„Anton!“

Er versuchte die Augen zu öffnen, aber seine Lider schienen aus Stahl.

„Anton, wach auf!“

Eine unsanfte Ohrfeige traf seine Wange. Normalerweise hätte sie bestimmt vermocht, ihn aus seinem schlafähnlichen Zustand zu wecken, aber im Moment ließ sie ihn genauso kalt wie die aufgeregte Frauenstimme, die penetrant in seinen Ohren klang.

„Anton! Wach sofort auf!“

Er stöhnte leise. Leichter gesagt als getan, was erwartete sie von ihm? Er versuchte die schweren Lider zu öffnen, fühlte sich, als wäre sein gesamter Körper gelähmt. Er blinzelte, langsam. Das Licht brannte in den Augen, nahm ihm die Sicht und es dauerte ein paar Augenaufschläge, ehe sich die Schemen vor ihm zu einem Bild verdeutlicht hatten.

„Kay...“, keuchte er mit rauer Stimme. Die Antwort darauf war ein genervtes Keuchen. Angestrengt versuchte er, mit den Lippen ein Wort zu bilden: Wasser. Keine Antwort, obwohl er  genau spürte, wie die Blicke der Frau strafend auf ihm ruhten.

„Hol dir dein Wasser selbst.“, kam es schließlich zurück. Tony versuchte, etwas zu erwidern, schaffte es aber nicht, die notwendige Kraft dazu aufzubringen. Das hier war mehr als nur Erschöpfung. Er war nicht müde oder übernächtig, nicht betrunken oder verschlafen – im Gegenteil. Die Kraft war einfach nicht mehr da. Nicht versteckt oder vergessen sondern weg, verschwunden, wie ausgelöscht. Angestrengt suchte er nach Reserven, letzten Resten in seinem Körper, aber es reichte kaum dazu aus, die Augen offen zu halten.

„Ich will gar nicht wissen, was ihr gemacht habt!“, schalt die Stimme der blonden Frau, die noch immer über ihm stand. Hilflos versuchte Anton, etwas zu erwidern, musste aber einsehen, dass es keinen Sinn hatte.

„Du weißt, dass Zack das erfahren muss?“ Er stöhnte gequält, doch die Frau ließ keine Gnade walten. „Da sollte man meinen ihr wärt erwachsen und verantwortungsvoll und dann sehe ich sowas. Verflucht, ich weiß ja nicht einmal, wie ihr das angestellt habt! Du hast kaum einen Funken eigener Energie im Körper, ich hätte dich beinahe übersehen! Wie ist sowas eigentlich möglich?“ Er spürte, wie sie neben ihm in die Knie ging. Ihre warme, erdige Aura umhüllte ihn wie ein weicher, weiblicher Duft.

„Tony.“, mahnte sie im Tonfall einer enttäuschten Mutter, während sein Körper regelrecht nach ihrem Kraftfeld gierte.

„Du warst so ein... vernünftiger Junge.“ Normalerweise hätte er auf diese Aussage hin heftig protestiert, war jedoch zu schwach um sich auf irgendetwas außer Kayleighs Energie zu konzentrieren.

„Ich meine das ernst, Anton.“ Die Art, mit der sie seinen Namen in ihrem Südstaatendialekt aussprach, brachte ihn normalerweise zum Schmunzeln.

„Ihr seid zu alt, um noch länger auf Welpenschutz zu plädieren. Ich dachte wirklich, ihr hättet euch besser im Griff. Das ist kein Spiel, Tony. Ihr trägt Verantwortung, so wie wir alle...“ Ihre langen, perfekt manikürten Finger berührten seine Stirn und schickten augenblicklich eine Flut aus Bildern durch sein betäubtes Bewusstsein. Feuchtes Gras, der Schatten eines mächtigen Baumes, sanfter Wind, der die Blätter rascheln ließ. Der Geruch von Moos, Fenchel und Lindenblüten. Er fuhr auf, stieß dabei unsanft gegen Kayleighs Arm. Als wäre hätte sie einen Ertrinkenden aus dem Meer gezogen, schnappte Anton nach Luft.

„Hast du mich verstanden?“ Er atmete angestrengt, fuhr sich mit den Fingern durch die zerzausten Haare.

„Ob du mich verstanden hast, Tony?!“ Augenblicklich schlug ihr Tonfall wieder ins Strenge. Während er noch immer damit beschäftigt war, einen klaren Kopf zu bekommen, richtete sich die Blondine auf, richtete ihre Haare und ihren Rock, ehe sie mit den klackernden Absätzen ihrer Pumps über den jungen Mann hinwegstieg und sich kritisch im Raum umsah.

„Hat Mike auch mitgemacht?“ Tony schüttelte irritiert den Kopf, war sich nicht sicher wovon die ältere Empathin überhaupt sprach.

„Ich weiß überhaupt nichts mehr von gestern...“ er verzog das Gesicht und rappelte sich vom Boden auf und zog sich erschöpft zum Wasserhahn. Erleichtert hielt er seine Lippen unter den Strahl und versuchte, Kayleighs restliche Moralpredigt zu ignorieren, was leichter gesagt als getan war. Gierig schluckte er die kühle Flüssigkeit, benetzte seine Hände und wusch sich das fahle Gesicht. Erinnerungsfetzen des gestrigen Abends erschienen augenblicklich vor seinem inneren Aueg. Wasser – im Waschraum! Jules besorgte Stimme, seine Flucht und dann… gähnende Leere.

„Kay, ich habe wirklich keine Ahnung, wie...“ Er wischte die Finger in seiner Hose trocken, woraufhin die Blonde seufzte. „...und an sein Telefon geht er auch nicht. Wirklich Tony, sowas kann gefährlich sein. Was hättest du gemacht, wenn ich nicht gekommen wäre? Dagelegen bis die Ratten dich fressen?“

„Wenn es hier wirklich Ratten gibt, solltest du ein ernstes Wörtchen mit deinem Mike reden.“, erwiderte Tony trotzig. Er hatte keine Lust auf Grundsatzdiskussionen mit einer Frau, die ihm sowieso nicht zuhörte. Kayleigh stöhnte genervt und stieß die Tür zur Vorratskammer auf.

„Ich glaube nicht, dass du in der Situation bist, frech zu sein, Anton Lang. Spar dir deine Energie und überleg dir lieber, wie du dich vor Zack rechtfertigen willst, wenn ich ihm erzähle...“ Ihre Tirade wurde durch einen spitzen Schrei unterbrochen, der Tony erschrocken zusammenzucken ließ. Ungeachtet ihrer damenhaften Erscheinung war Kayleigh keine der Frauen, die wegen jeder Kleinigkeit ausrasteten. Genaugenommen hatte er sie all die Jahre noch nie schreien gehört. Doch nun, nun wollte das gellende Geräusch aus ihrer Kehle nicht nachlassen, erfüllte den ganzen Raum und dröhnte in Antons Ohren.

„Kay!“, alarmiert hechtete er, so gut es in seinem Zustand ging, in den Nebenraum. „Kay, was ist...“ Als er sie gebückt am Boden sah, stieg kalte Panik in ihm auf. Eigentlich gab es keinen Grund zur Angst, keine Bedrohung und keinen Feind, aber trotzdem benötigte Anton keine weitere Erklärung um zu verstehen, dass etwas passiert war. Das irgendwas ganz und gar nicht stimmte. „...Kay?“ Mit rasendem Herz trat er auf sie zu, sah erst jetzt, dass unter ihr ein zweiter Körper lag, vollkommen regungslos und ohne den geringsten Hauch eines Kraftfelds, das für gewöhnlich jedes lebende Wesen umgab. Ein eisiger Schauer zuckte durch Antons Körper, paralysierte seine Glieder und ließ den Puls des jungen Mannes rasen. Angestrengt presste er den Atem durch seine Lungen und zwang sich dazu, nicht rückwärts aus dem Zimmer zu wanken. Er brauchte nicht mehr als einen kurzen Blick um zu wissen, um wen es sich handelte. „Kay…?“ , keuchte er tonlos und trat langsam auf die Frau zu. Ihr Gesicht war hinter einem Vorhang aus blondem Haar verborgen.

„Kay, was…?“

„DU!“, schrie sie und riss den Kopf in den Nacken, Mikes Gesicht an ihre Brust gepresst.

„Hilf mir!“ Regungslos sah Anton auf die Beiden hinab.

„Steh nicht rum! Hilf mir!“ Kayleighs Stimme überschlug sich vor Hysterie und augenblicklich fiel Anton neben ihr auf die Knie, presste die Hände gegen Mikes Brust und wagte es nicht, den Blick zu heben. Es machte keinen Sinn zu versuchen, einen Toten mit Energie zu versorgen, aber er wollte nicht derjenige sein, der Kay das beibringen musste.

„Was tust du?!“, keifte sie, als der Druck unter Tonys Händen langsam nachließ.

„Tony!“  Unsicher hob er den Kopf.

„Kay, es tut mir leid, aber…“ Ihre Wangen waren vor Aufregung gerötet. Erneut stieg der Geruch von Fenchel und Linden in Antons Nase.

„Was redest du da?! Hilf ihm!“

„Kayleigh, ich glaube nicht, das…“

„Hilf ihm!“ Die Hysterie in ihren Augen wich einem anderen Ausdruck, der Anton unwillkürlich erschreckte.

„Tony?“ In seinem Hals bildete sich ein Knoten. Er versuchte zu schlucken.

„Kannst du ihn spüren?“ Betroffen sah er auf Mikes Körper hinab.

„Nein.“

Ruckartig wich die Frau zurück, zog Mike mit sich und stieß Antons Hand hart von dessen Oberkörper. „Rühr ihn nicht an!“ Unsicher folgte Tony ihren Blicken.

„Es tut mir Leid aber…“

„Rühr ihn ja nicht an!“ Die übliche Wärme in ihrem Blick wich kühler Abweisung.

„Rühr überhaupt nichts an! Du bewegst dich nicht vom Fleck, ehe Zack hier ist!“

„Aber…“ er hob abwehrend die Hände.

„Kay, ich habe ihm nichts getan.“ Ein Blick in ihr Gesicht reichte aus um klarzustellen, dass sie diesbezüglich anderer Meinung war.

„Wieso kannst du ihn nicht spüren?“ Irritiert runzelte Anton die Stirn.

„Was?“ „Warum du ihn nicht spüren kannst, habe ich gefragt!“ Er schüttelte den Kopf.

„Kay, da ist nichts mehr, das ich spüren könnte.“ Ihre Augen weiteten sich. Das Makeup auf ihren Lidern war verschmiert. „Er lebt.“ Unsicher sah Anton auf den Mann hinab.

„Er…“ „Anton, er nimmt meine Energie. Ich kann ihn spüren. Nur schwach, aber ich kann ihn spüren. Er nimmt meine Energie auf.“ Stumm lauschte er ihren Worten, wusste nicht, was er sagen oder tun sollte.

„Ich kann nicht…“

„Ja.“, bestätigte sie ernst. „Ja, du kannst es nicht. Ich will nicht wissen was du gemacht hast. Du hast weder dich noch deinen Energiefluss unter Kontrolle.“ Antons Miene verfinsterte sich.

„Reiß dich zusammen, Kay. Ich hab hiermit nichts zu tun…“ hoffe ich, ein leiser Zweifel hallte in seinem Kopf wieder.

„Du kannst ihn nicht einmal spüren!“, unterbrach ihn Kayleigh.

„Was kannst du eigentlich?“ Betroffen wich Anton zurück.

„Ich hab ihm nichts getan.“

Die Blonde ignorierte seine Einwände völlig.

„Ich habe sowas noch nie zuvor gesehen.“

Hilflos hob er die Hände.

„Nein, Tony!“, fuhr sie gebieterisch fort. „Du bist eine Zeitbombe!“ Er verzog die Brauen.

„Kay, ich habe überhaupt nichts getan! Ich bin bloß in der Bar, weil ich…“ Warum eigentlich? Wieso fiel es ihm so schwer sich an den gestrigen Abend zu erinnern?

„Es ist nicht meine Aufgabe, über dich zu entscheiden.“

„Da hast du verdammt Recht.“

Kayleigh schenkte ihm keinerlei Aufmerksamkeit, strich stattdessen sanft über Mikes Stirn. Er rührte sich noch immer nicht.

„Das wird Zack übernehmen.“ Antons Magen zog sich zusammen, noch ehe er sich in Gedächtnis rief, dass es keinen Grund gab, sich zu beunruhigen. Immerhin hatte er nichts getan.

 

©JP & Lana Davis


26.7.14 09:45, kommentieren

TTSA - Kapitel I

Begegnung mit dem Tod

Das Rauschen des Meeres lockte ihm an den goldenen Strand und mit einem tiefen Atemzug sog er die salzige Seeluft ein. Ruhig ging er auf das azurblaue Meer zu, befreite seine Füße von dem sandigen Untergrund und tauchte sie in das kühle Nass. Sanft schlugen die Wellen des Meeres gegen seine Beine und ermutigten ihn weiterzugehen. Als Tony bis zu den Hüften im Wasser stand, ließ er seine Finger spielerisch an der Wasseroberfläche gleiten bis er in seiner Bewegung inne hielt. Was tat er hier eigentlich? Seit seinem zwölften Lebensjahr hatte er das Meer gemieden. Damals, wo er beinahe ertrunken wäre. Plötzlich packte ihm nackte Angst als sich die Erinnerung packte. Sie schnürte ihm den Atem zu, als er sich wieder an seine aufsteigende Panik erinnerte, die ihm überrollte als er vergebens versuchte seinen jungenhaften Körper an der Meeresoberfläche zu halten. Bis zur Erschöpfung ruderte er mit seinen schlaksigen Armen und schrie dabei verzweifelt um Hilfe. Doch mit jedem Versuch am Leben zu bleiben, neigte sich seine Kraft immer schneller dem Ende. Erbarmungslos schlug ihm die Gischt ins Gesicht, peitschte ihm aus dem Leben und füllte seine Lungen mit Wasser. Ein unheilvolles Donnern verkündete ihm, dass es bald vorbei sei, und er sich nicht mehr an die kürze seiner Existenz klammern müsse. Es hatte keinen Sinn mehr, den Tod länger hinauszögern, denn er würde kommen und ihn holen. Tony würde sterben. Er ergab sich und sank wie ein Stein in die Tiefe des Meeres die ihm mit vollkommener Schwärze einhüllte.

„Tony?“ Eine Frauenstimme rief nach ihm. Vielleicht seine Mutter, die seinen Tod ebenso wenig akzeptieren wollte wie er.
„Tony? Alles in Ordnung?“ wieder diese Stimme die nun von hektischen Klopfen begleitet wurde. Nein, die Stimme gehörte nicht zu seiner Mutter, sie gehörte zu Jules, seiner besten Freundin.
„Himmel, Tony! Mach die Tür auf!“ Ruckartig wurde er wieder in die Realität katapultiert und fand sich in einem Waschraum wieder. Tony stützte sich mit beiden Armen am Rand des Waschbeckens ab und hielt seinen glühenden Kopf unter den kühlenden Wassersstrahl der aus rostigen Armaturen rann. Als der dröhnende Schmerz in seinen Schläfen etwas nachließ, richtete er sich wieder auf und sah in den Spiegel. Seine blauen Augen funkelten gefährlich und eine tiefe Kerbe oberhalb der Brauen verriet seine Anspannung. Er wirkte müde. Krank. Er hatte immer noch pochende Kopfschmerzen und der Ruf des Meeres hallte unverkennbar in seinen Ohren wieder, doch er fühlte sich stark genug sich von der Party seiner Freunde zu stehlen um keine Gefahr für sich oder für andere zu sein. Er musste verschwinden, ehe er die Kontrolle verlor. Er war eine tickende Zeitbombe oder besser gesagt, ein Empath - dem es bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht gelungen war, sein Element beim Namen zu nennen um endlich Herr über seine eigenen Kräfte zu werden.
Er hatte es sich nicht ausgesucht ein Empathen zu sein. Niemand tat das. Doch meistens trifft es empfindsame, gefühlvolle Menschen, die sich nach und nach von Normalsterblichen zu unterscheiden beginnen. Diese Veränderung passiert langsam und schleichend, so dass viele von ihnen den passenden Zeitpunkt versäumten um ihr Element zu benennen. Als Strafe für dieses Versäumnis, werden diese angehenden Empathen von ihrer eigenen Kraft verstümmelt oder gar getötet. Sollte Tony nicht bald sein Element akzeptieren, so würde ihm bald ein ähnliches Schicksal drohen.
Tony zog scharf die Luft ein und reagierte erstmals auf die Rufe seiner Freundin die unaufhörlich auf die geschlossene Türe einklopfte und immer wieder nach ihm rief.
„Es ist alles okay, Jules!“
Alles okay, wiederholte er in Gedanken und stieß sich vom Waschbecken ab. Ruckartig öffnete er die Tür und ein widerlicher Dunst aus Rauch, Schweiß und Alkohol schlug ihm entgegen. Er würgte. Jules sah ihn hinter ihren roten Ponyschopf zweifelnd an, unschlüssig darüber, wie sie ihm helfen sollte. Er trug es ihr nicht nach. Wahrscheinlich wäre er vor seinem eigenen Anblick davongelaufen.
„Tony“, sagte sie vorsichtig, „bist du sicher, dass alles in Ordnung ist?“
Er hatte Mühe eine wegwerfende Handbewegung zu machen und wiederholte seine letzten Worte. „Alles okay…“. Seine Zunge fühlte sich schwer an und strafte ihn lügen.
Raus, raus! Ich muss schleunigst von hier verschwinden!
Ehe er noch länger den mitleidigen Blick von Jules ausgeliefert war, ergriff er die Flucht und wankte wie ein Betrunkener durch die tanzende Menge, rempelte verschwitzte Körper an und stieß sie wieder von sich weg. Der Lärm der Musik wurde immer unerträglicher. Verzweifelt presste er seine Hände auf die Ohrmuscheln. Aber es war nicht die Musik der alten Jukebox die ihm um den Verstand brachte, sondern das aufkeimen des Donners, das seinen Tod verkündete, und sich unerbittlich den Weg an die Oberfläche bannte. Endlich hatte er die enge Stahltreppe erreicht. Seine zittrigen Finger umklammerten das Geländer während er Stufe um Stufe dem Ausgang entgegen stieg. Sein Atmen klang wie ein Röcheln, so als fühlten sich seine Lungen mit Wasser. Wie damals.
Mit aller Mühe schleppte er seinen Körper die Treppe hoch und fokussierte den rettenden Ausgang, der ihm bei jedem Schritt näher kam.
Plötzlich war Tony gezwungen stehen zu bleiben. Jemand stellte sich zwischen ihm und seiner Freiheit – eine Frau, die er zuvor noch nie gesehen hatte.
Das gefährliche Donnern zwischen seinen Schläfen wurde immer lauter, schmerzte in den Ohren, kämpfte sich an die Oberfläche – er musste sich beeilen, er durfte keine Zeit mehr zu verlieren! Weiß Gott was passen würde, sollte er in einer überfüllten Bar die Kontrolle verlieren! Deshalb griff er grob nach der Fremden um sie eilig aus dem Weg zu schieben. Aber als er das tat, schien für eine Sekunde die Zeit stehen zu bleiben. Durch die Berührung reagierte er auf die Empathin und hielt überrascht inne. Tony musterte die Unbekannte, und bemerkte nur am Rande wie das Donnern ebenso stillstand wie dieser Augenblick. Er musterte ihr Gesicht mit unverkennbarer Neugierde. Mandelförmige, graue Augen erwiderten seinen Blick und ein verführerischer purpurroter Mund, formte sich zu einem lasziven Lächeln. Ehe er dem absurden Impuls ihr einen Kuss zu stehlen nachgeben konnte, wurde er wieder in die Realität zurückkatapultiert. Und dann wurde es Schwarz…

© Lana Davis

17.7.14 22:12, kommentieren